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Impressionen

 

Die Partnerschaft

Wieso Condega?

Condega liegt in einer Bergregion, 185 km nördlich der Hauptstadt Managua und nur 25 Kilometer entfernt von Esteli, der Partnerstadt unserer Nachbarstadt Bielefeld. Diese geographische Entsprechung führte 1986 zu ersten Kontakten und der Bildung einer Initiativgruppe, die 1988 in die bestehende Kreispartnerschaft mit der Region Condega mündete.

 

 

Die Ausgangssituation zur Partnerschaft

So groß wie die ehemalige DDR, aber mit nur 3,5 Millionen Einwohnern, hatte die Sandinistische Revolution das kleine mittelamerikanische Land 1979 vom jahrzehntelangen Joch der Somoza-Diktatur befreit. Doch Mitte der 80er Jahre herrschte noch immer kein Frieden: Die US-Regierung unterstützte die anti-sandinistischen "Contra"-Rebellen, Anhänger der gestürzten Diktatur, die das Land mit Terror überzogen.

 

Gleichzeitig wurde der Aufbau des Landes mit einem Handelsembargo massiv boykottiert, obwohl Nicaragua einen eigenständigen Weg jenseits des noch vorherrschenden Blockdenkens zu gehen versuchte. Diese Situation löste in Europa eine Welle der Sympathie und Solidarität aus. Viele kommunale Partnerschaften bildeten sich, die auch ein Signal gegen den von den USA unterstützen Contra-Krieg sein wollten.

 

Aus dem theoretisch grauen Anspruch, statt eines patenschaftlichen ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen, wurde inzwischen durch gegenseitige Besuche - ob "offizielle" Delegationen, Jugendaustausch oder Arbeitsbrigaden - gelebte Realität.

 

 

Die besondere Beziehung zu Löhne

Löhnes Bürgermeister Werner Hamel war in der Geschichte der Partnerschaft zwischen dem Kreis Herford und Condega der erste "offizielle" Gast aus dem Kreis. Seit Beginn der Partnerschaft waren regelmäßig Jugendliche aus Löhne zur Mitarbeit in von uns geförderten Projekten nach Condega gereist.

 

In den Jahren 1995-97 entschlossen sich neben dem Bürgermeister weitere Repräsentanten von Rat und Verwaltung zur Teilnahme an Delegationsreisen, deren Kosten immer aus eigener Tasche bezahlt wurden. Selbstverständlich, daß für Gegenbesuche aus Condega im Kreis Herford seit Jahren kein Weg an Löhne vorbei führt, dessen Einwohner und Einwohnerinnen großes Interesse an dieser Städtefreundschaft zeigen: Unternehmen, Parteien und Einzelpersonen engagieren sich mit Geld und Sachspenden; Schulen und kirchliche Einrichtungen pflegen und intensivieren die Kontakte.

 

 

Nicaragua heute

Heute ist das Land längst aus den Schlagzeilen verschwunden. 1990 wurden die ehemals siegreichen sandinistischen Revolutionäre aus der Zentralregierung gewählt. In vielen Kommunen, so auch in Condega, wurden sie von einer Mehrheit der Bevölkerung bei Gemeindewahlen im Amt bestätigt. Noch immer gehört das Land zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas, das mit den Zwängen der immer härter werdenden Weltwirtschaft zu kämpfen und darunter zu leiden hat.

 

 

Der Wortlaut des offiziellen Partnerschaftsbeschlusses

"In dem Bestreben, eine freundschaftliche Verbindung zwischen dem deutschen Kreis Herford und der nicaraguanischen Stadt und Region Condega zu begründen und zu erweitern, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis für die Probleme einer Stadt in einem Entwicklungsland seitens der Bevölkerung des Kreises Herford zu fördern und mit dem Wunsch, die Bemühungen der Stadt und Region Condega zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Condega nach Möglichkeit zu unterstützen, hat der von den Bürgern des Kreises Herford gewählte Kreistag in seiner Sitzung am 30. September 1988 einen Freundschaftsbund zwischen dem Kreis Herford und der Stadt und Region Condega beschlossen, von dem aufrichtigen Willen getragen, damit einen Beitrag zu einer Entwicklung in Frieden und Freiheit zu leisten."