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Das Frauengesundheitszentrum "Timalu"

Tierra, Madre, Luna "Erde, Mutter, Mond", kurz: Timalu war das Dreigestirn der Ureinwohner. Heute hört eine Medizinstation in Condega auf diesen Namen. Die Idee für die Clinica Popular entstand 1991 als Kooperationsprojekt verschiedener ausländischer Initiativen und Vereine.

 

Neben der medizinischen Versorgung sind seit Anfang an Aufklärungsarbeit, Gesundheitsvorsorge und Bewußtseinsbildung besondere Schwerpunkt von Timalu. Nach Kursen über richtige Ernährung legten beispielsweise die ersten 70 Familien einen Gemüsegarten an, in dem auch Heilpflanzen wie das Wunderkraut Aspirin gezogen wurden. Alternative Behandlungsformen wie die medicina natural = Urin + Diät werden neben der Schuldmedizin erfolgreich angewandt.

 

 

Timalu war von Anfang ein schwieriges Projekt: Einerseits war das vergleichsweise preiswerte Angebot medizinischer Hilfe eine Konkurrenz für die zentrale Apotheke in Condega. Andererseits wird das Projekt wegen der unerläßlichen Konsultationsgebühren nur schwer angenommen. Außerdem ist der inhaltliche Anspruch von Timalu frauenpolitisch orientiert. Und Nicaragua ist ein äußerst patriarchalisch geprägtes Land, mit teils erschreckenden Formen von Machismen. Timalu versucht hier, Akzente zu setzen: Die Mitarbeiterinnen, die das Projekt auch konzipiert haben, sehen sich der Aufklärung und Prävention verpflichtet. Ihr Leitbild, das sie nachdrücklich vertreten, ist das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Frauen.

 

 

Timalu heute:

Die Medizinstation beschäftigt drei Mitarbeiterinnen im medizinischen und drei Mitarbeiterinnen im erzieherischen Bereich, die aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage nur eine geringe Entlohnung erhalten. Außerdem sind 3 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen aktiv. Für die fachärztliche Betreuung stehen ein Gynäkologe, ein Kinderarzt, ein Orthopäde, ein Traumatologe und ein praktischer Arzt bereit, die im Krankenhaus festangestellt sind und ihre Sprechzeiten von einigen Stunden pro Woche hier fast honorarfrei abhalten.

 

Der Station angeschlossen ist heute ein modernes Labor, indem sogar Aidstest durchgeführt werden können. Um einen Teil der Kosten der Station zu decken, mußten die Patienten anfangs 40 Cordoba (10 Mark) Eigenanteil bezahlen (10 Cordoba für Medikamente). Für viele war das ein zu hoher Eigenanteil. Nach Protesten wurde die Zuzahlung für eine Behandlung halbiert. Schon die Kostenkalkulation von 40 Cordoba war nur aufgrund der finanziellen Hilfe und Sachspenden - wie Medikamente zum Beispiel aus dem Kreis Herford - ausländischer Partnerstädte und Initiativen möglich. Der Clinica Popular ist eine Hebammenschule in der Umgebung Condegas angeschlossen, die wir mit Mitteln des Kreises Herford gefördert haben.

 

 

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